ROMPEREMOS UN PILAR

 

Buch zur Wanderausstellung

 

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“Romperemos un pilar“
eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Sterben
Installation im Zirkuswagen


In der ersten Oktoberwoche 2008 begibt sich Vera Staub auf eine ungewöhnliche Reise. Nicht nur ihr Unterfangen ist aussergewöhnlich, sondern auch ihr Gefährt: ein Zirkuswagen. Sie zieht von Stadt zu Stadt, um den Menschen etwas vorzuführen - zwar keine Kunststücke, dafür Kunst. Sie tut dies allerdings nicht in der Art einer Marketenderin, die ihre Ware feilbietet, sondern als Gedankenstifterin. Die Künstlerin lädt Passanten vor Ort ein, ihren Zirkuswagen zu betreten. Im Innern des Gefährts erwartet den spontanen Besucher jedoch nicht heitere Unterhaltung oder gar Klamauk, sondern nachdenkliche Stille. Der Zirkuswagen entpuppt sich als Sargwagen, als Sterbezimmer, als Abdankungsraum - als Ort des Abschieds, der Trauer und der Besinnlichkeit. Im Gepäck hat Vera Staub zwei Werke, die das Sterben thematisieren. Das erstarrte Leichentuch verweist auf einen abwesenden Sarg (den sogenannten Schwangeren Sarg) und wird so zu einem paradoxen Objekt, das Fülle und Leere vereint. Zudem unterläuft es die Gesetze der Rationalität; was in sich zusammenfallen müsste, steht als elegantes, skulpturales Objekt da - als Symbol der geheimnisvollen weissen Frau, wie sie im spanischen Kinderlied “Romperemos un pilar” vorkommt? Die Zeichnung hingegen zeigt die Hände des verstorbenen Vaters und legt damit stilles Zeugnis eines persönlichen Verlustes ab.
Vera Staub zeigt ihre Installation an betriebsamen Orten, wo der Gedanke an die Sterblichkeit normalerweise keinen Platz hat. Sie verschafft einem verdrängten Aspekt des Lebens Gegenwart. Die Auseinandersetzung mit dem Tod ist immer auch eine Auseinandersetzung mit dem Leben, mit der Lebensgestaltung und der Frage nach dem Sinn des Lebens. Vera Staub bietet mit ihrer Installation einen ungezwungenen Zugang zu schwierigen Gedanken.

Motivation zur Auseinandersetzung mit dem Tod:
es ist ein wunder
was ist ein wunder?
gezeugt zu werden
zu zeugen
geboren zu werden
zu gebären
gelebt zu werden
zu leben
geschaffen zu werden
zu schaffen
Kurt Marti, 2007
......
gestorben zu werden
zu sterben

es ist ein wunder
ist es ein wunder?

es ist

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