ROMPEREMOS UN PILAR

 

Buch zur Wanderausstellung

 

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«Bedenke Mensch, du bist Staub…»
Die aus der Ostschweiz stammende Künstlerin Vera Staub zeigt eine Installation auf dem Bahnhofplatz

ST.GALLEN. «Romperemos un pilar» nennt Vera Staub ihre Installation, die nur gerade morgen Mittwoch in St. Gallen zu sehen sein wird.


Kein Clown-Gekicher, kein Gesumme einer nervösen Trapezkünstlerin und auch kein Schnauben eines eingesperrten Tieres wird aus dem Innern des Zirkuswagens zu hören sein. Vielmehr wird «Grabesstille» herrschen – im Raum für Abschied und Ende. Allerdings ist Vera Staub nicht am Ende ihres Künstlerlateins angekommen. Im Zirkuswagen führt sie weiter, was sie in früheren Arbeitszyklen begonnen hat: Da war «Metamorphose des Kreuzes» im Jahr 2001, eine dreiteilige Inszenierung um das Thema Veränderung, Häutung, Kommen und Gehen. Und vor zwei Jahren zeigte sie in der Turbine Giswil ihre an ein Zitat von Meister Eckhart anlehnende Arbeit mit dem Titel «Schwangerkeit». Auch hier forschte sie nach der Metaebene zwischen dem Hier und Dort, nach den Übergängen, dem Loslassen.

In «Romperemos un pilar» schieben sich die beiden Prozesse Geburt und Tod übereinander. Als «Antipode» zum Abschiedsgedanken, zur Leere wählt Vera Staub den Zirkuswagen – ein assoziativer Ort für Fröhlichkeit, Leichtigkeit, Spiel und Ablenkung. Sein Äusseres soll neugierig machen, einladen zum Eintritt ins Unerwartete.

Spiel und Sterben

Nun, kurz vor dem Start ihrer ungewöhnlichen Reise durch Schweizer Städte, sucht Vera Staub im Gespräch nach Worten. Lieber wäre es ihr, die Installation spräche für sich selber. So, wie sie auch sonst die Betrachtenden in interaktive Kunstprojekte direkt einbezieht, soll es auch im Zirkuswagen sein: An einem umtriebigen Ort, an dem es kaum möglich ist, innezuhalten und in sich zu gehen, wird der «Sargwagen» diese Möglichkeit bieten. Vera Staub denkt in «Romperemos un pilar» an den Tod ihres Vaters vor zwei Jahren, an den inneren Vorgang des Abschiednehmens, der Trauer und der Besinnlichkeit. Die beiden mitgebrachten Gegenstände im Wagen sind nicht nur Ausdruck dieses Prozesses, sondern sie geben auch Hinweis auf das Werk der Künstlerin. Seit vielen Jahren ist sie neben der Malerei und den Installationen auch als Bildhauerin tätig; einer der Steine, ein Ostermundiger Sandstein in den von ihr üblicherweise bearbeiteten Massen von 150 mal 50 mal 50 Zentimeter stand am Anfang der Installation. Über den «Schwangeren Sarg», dessen gehauene, sich wie von selbst ergebende Wölbung sie wiederum zurückführte zum Prozess des Gebärens, legte sie ein «Leichentuch».

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